Chamblon

Kanton Waadt · Bezirk: Jura-Nord vaudois · 558 Einwohner (31.12.2025, Gemeinde)

Herkunft des Namens Chamblon

Das Dorf wird seit dem Anfang des 12. Jahrhunderts unter seinem heutigen Namen, «Chamblon», erwähnt. Der Name ist jener des Hügels, auf dem es liegt; keine der konsultierten Quellen erklärt seine Herkunft.

Gründung von Chamblon

Der Hügel von Chamblon aus rotem Kalkstein war einst vom See umgeben. Der Ort war in der Jungsteinzeit besiedelt (Eichenpfähle und Serpentinbeile, gefunden in Les Uttins), und ein römischer Militärposten ist bezeugt. Keine der konsultierten Quellen nennt einen Gründer des Dorfes. Im Mittelalter gehörte Chamblon zur Herrschaft Montagny-le-Corboz, nach 1476 dann zur gemeinen Vogtei Grandson. Die Herrschaft Montagny, die zwischen den Berner Familien Manuel, Zehender und von Weiss weitergegeben wurde, erwarb 1762 der Baron von Brackel, ein exilierter Kurländer, der ein grosses Schloss erbauen liess. Die Gemeinde wurde von der Generalversammlung der Gemeindebürger verwaltet. Die Einwohner heissen Chamblonnois.

Geschichte von Chamblon

Jungsteinzeit. Funde in Les Uttins: Eichenpfähle und Serpentinbeile.

Römerzeit. Auf dem Hügel wird ein römischer Militärposten errichtet.

Anfang des 12. Jahrhunderts. Erste Erwähnung, «Chamblon».

Mittelalter. Chamblon gehört zur Herrschaft Montagny-le-Corboz und zur Pfarrei Montagny.

1476. Nach den Burgunderkriegen untersteht Chamblon der gemeinen Vogtei Grandson.

1532. Die Pfarrei Montagny, zu der Chamblon gehört, tritt zur Reformation über.

1762. Der Baron von Brackel, ein exilierter Kurländer, erwirbt die Herrschaft Montagny, die bis dahin zwischen den Berner Familien Manuel, Zehender und von Weiss weitergegeben worden war, und lässt in Chamblon ein grosses Schloss erbauen.

1798. Chamblon kommt zum Bezirk Yverdon, dem es bis 2007 angehört.

1834. Chamblon wechselt zur Pfarrei Champvent.

1929. Dem Gemeindewappen wird eine Weintraube hinzugefügt, als Erinnerung an den Weinbau.

1932. Chamblon erhält eine Kapelle; im selben Jahr wird das Schloss zu einem Sanatorium.

1960. Das Schloss wird in ein geriatrisches Spital umgewandelt.

1973. Das Schloss wird ein Behandlungs- und Rehabilitationszentrum.

ab 1980. Chamblon entwickelt sich zunehmend zu einem Wohngebiet von Yverdon-les-Bains.

1981. Ein Infanterie-Waffenplatz erstreckt sich fortan über die Hälfte der 470 Hektaren des Gemeindegebiets.

1990. Ende des Abbaus im Steinbruch für roten Kalkstein.

2008. Chamblon gehört zum Bezirk Jura-Nord vaudois.

Bevölkerung von Chamblon

Bevölkerung von Chamblon
1776125
1798159
1850172
1870217
1900137
1950210
1980296
2000513
2025558

Historische Orte in Chamblon

Schloss Chamblon. Grosser Wohnsitz, nach 1762 vom Baron von Brackel erbaut, einem exilierten kurländischen Adligen, der Herr von Montagny geworden war. Das mit dem Familienwappen geschmückte Eingangsgitter ist erhalten. Das Schloss diente als Sanatorium (1932), als geriatrisches Spital (1960) und dann als Behandlungs- und Rehabilitationszentrum (1973).

Kapelle von Chamblon. Kapelle, über die das Dorf seit 1932 verfügt; zuvor gehörte Chamblon zur Pfarrei Montagny, ab 1834 zu jener von Champvent.

Gemeindebackofen. Alter Backofen des Dorfes, 2022 renoviert.

Hügel von Chamblon. Hügel aus rotem Kalkstein, der die Orbeebene um etwa hundert Meter überragt und einst vom See umgeben war.

Überreste in Chamblon

Jungsteinzeitliche Station Les Uttins. Der Jungsteinzeit zugeschriebene Eichenpfähle und Serpentinbeile.

Römischer Militärposten. Auf dem Gebiet von Chamblon ist ein römischer Militärposten bezeugt.

Steinbruch für roten Kalkstein. Im Fels des Hügels bis 1990 betriebener Steinbruch.

Quellen

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