Chanivaz
Herkunft des Namens Chanivaz
Namensherkunft: Die Ortschaft erscheint 1228 in der Form « Chanliva », unter diesem Namen war sie während der ganzen Feudalzeit bekannt. Der Name soll vom frankoprovenzalischen « châno », die Eiche, stammen und einen Eichenwald bezeichnen (zu überprüfen).
Gründung von Chanivaz
Chanivaz ist keine Gemeinde: Es ist ein Landgut der Gemeinde Buchillon im Bezirk Morges, im Delta der Aubonne am Ufer des Genfersees gelegen. Keine der konsultierten Quellen nennt einen Gründer oder ein Gründungsdatum. In römischer Zeit stand hier eine bedeutende Villa mit Peristyl und Innenhof, erschlossen durch die grosse Römerstrasse von Genf nach Lausanne, die auf der Höhe von Allaman zur Villa von Chanivaz abzweigte und dann weiter nach Buchillon und Bussy führte. Im Mittelalter war Chanivaz die grösste Ortschaft der Gegend: Als Sitz einer Pfarrei gehörte sie den Mitherren von Aubonne und besass einen Zoll am Fluss. Die Aufhebung dieses Übergangs im 15. Jahrhundert führte zu ihrem allmählichen Niedergang.
Geschichte von Chanivaz
Römerzeit. In Chanivaz steht eine bedeutende Villa mit Peristyl und Innenhof; die Römerstrasse von Genf nach Lausanne zweigt auf der Höhe von Allaman zur Villa ab und führt dann weiter nach Buchillon und Bussy.
2.-4. Jahrhundert. Geräte und Münzen von Mark Aurel bis Konstantin, gefunden zwischen der Villa und dem See, bezeugen die Besiedlung des Ortes.
1228. Erste Erwähnung der Pfarrei in der Form « Chanliva » im Kartular von Lausanne.
1285. Letztes Datum des Zeitraums, in dem Chanivaz als Pfarrei bezeugt ist (1228-1285).
Mittelalter. Chanivaz ist die grösste Ortschaft der Gegend; sie gehört den Mitherren von Aubonne und beherbergt einen Zoll an der Aubonne.
15. Jahrhundert. Die Aufhebung des Flussübergangs führt zum allmählichen Niedergang von Chanivaz.
19. Jahrhundert. Entdeckung einer ausgedehnten archäologischen Fundstätte aus der Römerzeit (zu überprüfen).
1970er Jahre. Ein Grossbauprojekt bedroht das Gut Chanivaz, das als letztes unberührtes Waadtländer Ufer gilt (zu überprüfen).
1980. Der Bundesrat erlässt ein Bauverbot für das Gebiet (zu überprüfen).
1996. Aufnahme von « Chanivaz - Delta de l'Aubonne » in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (Objekt Nr. 1210) (zu überprüfen).
2003. Der Kanton Waadt stellt einen Teil des Deltas als kantonales Naturschutzgebiet Embouchure de l'Aubonne unter Schutz (zu überprüfen).
Historische Orte in Chanivaz
Landgut Chanivaz. Ehemaliges mittelalterliches Pfarrzentrum, heute ein Landwirtschaftsgut im Delta der Aubonne; es liegt in einer Naturschutzzone.
Delta der Aubonne. Landschaft von nationaler Bedeutung aus stufenförmigen Terrassen, die entstanden, als die Aubonne beim Rückzug des Rhonegletschers in einen Eisrandsee mündete. Das Gebiet beherbergt seltene Vögel wie Blaukehlchen und Eisvogel sowie eines der letzten grossen Röhrichte am Genfersee.
Überreste in Chanivaz
Römische Villa von Chanivaz. Bedeutende Villa mit Peristyl und Innenhof, verbunden mit der Römerstrasse von Genf nach Lausanne. Die fundreichste Stelle liegt zwischen der Villa und dem See, Richtung Süden, auf einem Hügel: Dort wurden Geräte und Münzen von Mark Aurel bis Konstantin gefunden.
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Buchillon »
- Commune de Buchillon, « Histoire et présentation de Buchillon »
- Feuille des avis officiels du canton de Vaud, Alphabet des communes vaudoises, « Buchillon »
- Wikipedia (DE), « Chanivaz - Delta de l'Aubonne »
- Statistique Vaud, « Population résidante permanente au 31 décembre 2025 »
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