Corbeyrier
Herkunft des Namens Corbeyrier
Der Name ist 1261 in der Form « de Cubiriaco » belegt. Weitere Formen werden genannt: « Curbirie » 1251 und Ende des 13. Jahrhunderts, « Curbiriaco » 1261, « Corberier » 1577 auf einer Berner Karte (zu überprüfen). Der Name soll von einem lateinischen Personennamen mit dem Suffix keltischen Ursprungs « -acum » stammen, das « Gut des » bedeutet (zu überprüfen).
Gründung von Corbeyrier
Keine der konsultierten Quellen datiert die Gründung des Dorfes oder nennt einen Gründer. Die Gemeinde erstreckt sich am rechten Rhoneufer von der oberen Grenze des Rebbergs von Yvorne bis zu den grossen Alpen der Täler der Eau-Froide und des Petit-Hongrin und umfasst die Weiler Boveau, Luan, Le Crettex und Vers Cort. Im Mittelalter savoyischer Besitz, gehörte sie von 1475 bis 1798 zum bernischen Mandement Aigle, erhielt 1828 die Gemeindeautonomie und teilte 1830 ihre ungeteilten Güter mit Aigle und Yvorne.
Geschichte von Corbeyrier
1261. Erste gesicherte Erwähnung des Namens in der Form « de Cubiriaco ».
1475. Bern erobert die savoyischen Gebiete am rechten Rhoneufer; Corbeyrier gehört bis 1798 zum Mandement Aigle.
1584. Ein Bergsturz aus dem Felskessel von Luan reicht bis Yvorne und zerstört zahlreiche Gebäude.
1798. Corbeyrier kommt zum Bezirk Aigle.
1828. Die Gemeinde erhält die Gemeindeautonomie.
1830. Teilung der ungeteilten Güter mit Aigle und Yvorne.
1833. Die bisher zu Aigle gehörende Pfarrei kommt offiziell zu Yvorne (tatsächlich 1838).
1880er-Jahre. Umbau des Hôtel Victoria, später ein Alters- und Pflegeheim.
1902. Bau einer katholischen Kapelle.
1908. Bau einer reformierten Kapelle.
Bevölkerung von Corbeyrier
| 1764 | 225 |
| 1850 | 269 |
| 1900 | 264 |
| 1950 | 260 |
| 1990 | 369 |
| 2000 | 347 |
| 2025 | 456 |
Historische Orte in Corbeyrier
Felskessel und Alp Luan. Gemeindealp; vom Felskessel von Luan ging der Bergsturz von 1584 aus, der bis Yvorne niederging.
Weiden der Agittes. Private Weiden, auf denen zusammen mit der Gemeindealp Luan die Berglandwirtschaft der Gemeinde beruht.
Kapellen. Eine 1902 erbaute katholische Kapelle und eine 1908 erbaute reformierte Kapelle.
Hôtel Victoria. Ehemaliges Hotel, in den 1880er-Jahren umgebaut, heute ein Alters- und Pflegeheim.
Fort de Champillon. Festung, die das Schweizerische Sprengstoffmuseum (Musée suisse de l'explosif) beherbergt.
Sagen von Corbeyrier
Le Creux des Bourguignons. Nach einer örtlichen Überlieferung plünderten burgundische Söldner auf der Flucht nach der Niederlage von Charles le Téméraire bei Morat 1476 die Gegend; die Vorfahren des Dorfes sollen sie getötet und bunt durcheinander in der Praille in einer grossen Grube namens Creux des Bourguignons begraben haben.
Die « Voleurs-de-Loup ». Die Einwohner tragen den Übernamen « Voleurs-de-Loup » (Wolfsdiebe) oder « Robaleux ». Die Überlieferung erzählt, ein verletzter Wolf, von Jägern aus Leysin verfolgt, sei in Corbeyrier erlegt worden, und die Einwohner hätten sich geweigert, den Kadaver den Jägern auszuliefern; es ging um eine Prämie.
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Corbeyrier »
- Wikipédia, « Corbeyrier »
- Statistique Vaud, « Population résidante permanente au 31 décembre 2025 »
Weitere Dörfer in der Nähe von Corbeyrier
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