Cottens
Herkunft des Namens Cottens
Cottens erscheint erstmals 1041 in einem schriftlichen Dokument, in der latinisierten Form Chotens; eine Variante, Cotens, ist bereits ab 1049 belegt. Die Toponymisten führen diesen Namen auf einen burgundischen Personennamen, Cotto, zurück, verbunden mit dem lokativen Suffix -ens (aus dem galloromanischen -ingos, das etwa « bei den Leuten von » bedeutet). Die Bedeutung wäre also nahe an « bei den Leuten von Cotto » oder « das Gut des Cotto », ein Bildungsschema, das in den Dorfnamen des Waadtländer Plateaus weit verbreitet ist: Man findet es in mehreren benachbarten Ortschaften wie Bettens, Bottens oder Sullens, die nach demselben Muster mit einem anderen Personennamen gebildet wurden. Wir haben in den konsultierten Quellen keine eigenständige Patois-Form des Namens gefunden noch einen offiziell belegten Gentilé zur Bezeichnung der Einwohner von Cottens; dieser Punkt bliebe zu dokumentieren, sollte ihn eines Tages eine zuverlässige Quelle präzisieren.
Gründung von Cottens
Wie viele Dörfer des Waadtländer Plateaus wurde Cottens nicht mit einem Schlag durch eine Urkunde oder eine Charta gegründet: Es ist eine ländliche Siedlung, die allmählich im Frühmittelalter entstand, wahrscheinlich um eine Familiengruppe oder ein Gut, das mit dem Namen Cotto verbunden war und schliesslich den Ort selbst bezeichnete. Viel ältere Besiedlungsspuren, die auf die Römerzeit zurückgehen, wurden auf dem Gebiet des Dorfes festgestellt, was zeigt, dass der Ort lange vor seiner ersten schriftlichen Erwähnung bewohnt war, auch wenn nichts auf eine direkte Kontinuität zwischen dieser antiken Siedlung und dem mittelalterlichen Dorf hinweist. Im Mittelalter unterstand die Herrschaft Cottens der mächtigen Baronie Cossonay, die bis ins 14. Jahrhundert ihre Autorität über einen Grossteil der Region ausübte. Ein befestigtes Haus, Residenz eines örtlichen Herrn, ist dort schon zu dieser Zeit belegt. Nach dem Übergang der Region unter bernische Herrschaft im Jahr 1536 wurde Cottens der Vogtei Morges angeschlossen, wo es bis zum Ende des Ancien Régime 1798 blieb.
Geschichte von Cottens
Römerzeit. Eine Siedlung aus der Römerzeit befindet sich an der Flurbezeichnung Praz de Mex, auf dem Gebiet des künftigen Dorfes; die zutage gebrachten Überreste belegen eine menschliche Präsenz weit vor der ersten schriftlichen Erwähnung von Cottens.
1041. Erste bekannte schriftliche Erwähnung des Ortes, in der latinisierten Form Chotens, in einem mittelalterlichen Dokument.
1049. Eine Variante des Namens, Cotens, erscheint in einer anderen alten Quelle.
14. Jahrhundert. Ein befestigtes Haus, herrschaftliche Residenz, ist in Cottens belegt. Die Herrschaft unterstand damals der Baronie Cossonay.
1380. Eine Mühle wird in Cottens erwähnt, ein Zeichen für eine organisierte wirtschaftliche Tätigkeit rund um das Dorf.
1536. Bernische Eroberung des Waadtlandes; die Region gerät unter bernische Verwaltung.
1539-1798. Cottens gehört zur Vogtei Morges, unter dem bernischen Regime.
Anfang des 17. Jahrhunderts. Die Familie Crinsoz, die nun die Herrschaftsrechte hält, lässt ein neues Schloss errichten, das das inzwischen aufgegebene alte mittelalterliche befestigte Haus ersetzt.
1684. Bau eines ersten reformierten Kultgebäudes in Cottens.
1798. Fall des bernischen Ancien Régime; die Region durchläuft den kurzlebigen Kanton Léman, bevor sie in die Helvetische Republik und dann in den Kanton Vaud eintritt.
1798-2006. Cottens gehört zum neu geschaffenen Bezirk Cossonay.
1823. Die Idee einer strukturierten landwirtschaftlichen Ausbildung in Cottens wird ins Auge gefasst, was die Schule vorwegnimmt, die einige Jahre später dort abgehalten wird.
1840-1865 etwa. Ein privater landwirtschaftlicher Unterricht wird im Schloss von Cottens erteilt, einer der allerersten seiner Art im Kanton Vaud, vor der Gründung der offiziellen kantonalen Schulen ab 1870.
1841. Das Schloss von Cottens wird durch einen Brand zerstört, mit Ausnahme seiner Nebengebäude.
1842. Bau des Schulgebäudes des Dorfes durch die Lausanner Architekten Henri Perregaux und Achille de La Harpe.
1893. Vollständiger Wiederaufbau der Kirche von Cottens, im neuromanischen Stil, an der Stelle des Gebäudes von 1684, durch den Architekten Francis Isoz.
1963. Schliessung des Dorfgasthauses.
31. August 2006. Der Bezirk Cossonay wird bei der Reform der waadtländischen Bezirke aufgehoben; Cottens schliesst sich dem neuen Bezirk Morges an.
2014-2018. Cottens leitet zusammen mit Apples, Bussy-Chardonney, Pampigny, Reverolle und Sévery einen Prozess der Prüfung und dann eines Fusionsprojekts ein, das im Mai 2018 von den Gemeindelegislativen und im November 2018 von den Wählern genehmigt wird.
1. Juli 2021. Cottens hört auf, als unabhängige Gemeinde zu existieren, und fusioniert mit Apples, Bussy-Chardonney, Pampigny, Reverolle und Sévery zur neuen Gemeinde Hautemorges, im Bezirk Morges. Cottens wird zu einer Ortschaft dieser Gemeinde.
Bevölkerung von Cottens
| 1764 | 98 |
| 1803 | 127 |
| 1850 | 190 |
| 1870 | 252 |
| 1900 | 213 |
| 1930 | 163 |
| 1950 | 196 |
| 1970 | 225 |
| 2000 | 343 |
| 2010 | 438 |
| 2020 | 491 |
Historische Orte in Cottens
Schloss Cottens. Das heutige Schloss geht mindestens auf den Beginn des 17. Jahrhunderts zurück, als die Familie Crinsoz ein neues herrschaftliches Wohnhaus errichten liess, um das inzwischen baufällig gewordene alte mittelalterliche befestigte Haus zu ersetzen. 1841 durch einen Brand zerstört, mit Ausnahme seiner Nebengebäude, erlebt das Gebäude anschliessend ein zweites Leben: zwischen 1840 und etwa 1865 wird dort ein privater landwirtschaftlicher Unterricht erteilt, einer der allerersten im Kanton Vaud, ein Projekt, dessen Idee bereits auf 1823 zurückgeht. In Cottens zeichnen sich also, vor der Gründung der offiziellen kantonalen Schulen ab 1870, die Anfänge einer strukturierten landwirtschaftlichen Ausbildung im Kanton ab.
Kirche von Cottens. Ein erstes reformiertes Kultgebäude wird 1684 errichtet. Es wird 1893 vollständig durch die heutige Kirche im neuromanischen Stil ersetzt, ein Werk des Architekten Francis Isoz, der den Standort des vorherigen Baus übernimmt. Das Gebäude bleibt heute einer der optischen Orientierungspunkte des Dorfes.
Schulgebäude von 1842. Die Dorfschule, 1842 erbaut, ist das Werk der Lausanner Architekten Henri Perregaux und Achille de La Harpe. Sie veranschaulicht die Bemühungen um den Bau von Gemeindeschulen, die der Kanton Vaud um die Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte, noch bevor sich die öffentliche Bildung allgemein durchsetzte.
Molkerei-Käserei. Cottens bewahrt eine noch aktive Molkerei-Käserei, Zeugnis der landwirtschaftlichen und käsereilichen Wirtschaft, die das Dorfleben lange geprägt hat, in einer Region, in der die Landwirtschaft noch heute mehr als drei Viertel des Gebiets einnimmt.
Überreste in Cottens
Überreste einer römischen Siedlung, Flurbezeichnung Praz de Mex. Überreste einer Siedlung aus der Römerzeit wurden an der Flurbezeichnung Praz de Mex, auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Cottens, zutage gebracht. Sie belegen eine Besiedlung des Ortes weit vor der ersten schriftlichen Erwähnung des Dorfes im Jahr 1041. Die konsultierten allgemeinen Quellen geben jedoch keine Ausgrabungsdetails (genaue Datierung, gefundenes Fundmaterial, archäologische Publikation): Dieser Punkt sollte ergänzt werden, sollte eine spezialisierte Quelle zugänglich werden.
Ehemaliges mittelalterliches befestigtes Haus. Vor dem Bau des heutigen Schlosses ist ein befestigtes Haus, wahrscheinlich Residenz eines örtlichen Herrn, der der Baronie Cossonay unterstand, bereits im 14. Jahrhundert belegt. Es scheint bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts bewohnt geblieben zu sein, bevor es aufgegeben wurde, als die Familie Crinsoz ein neues Schloss erbauen liess. Die konsultierten Quellen erlauben es nicht, eventuell heute sichtbare Überreste genau zu lokalisieren; dieser Punkt bleibt vor Ort oder über eine lokale archäologische Quelle zu überprüfen.
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, article "Cottens (VD)"
- Wikipédia FR, "Cottens (Vaud)"
- Wikipedia EN, "Cottens, Vaud"
- Wikipedia DE, "Cottens VD"
- Geneawiki, "Suisse - Cottens (Vaud) (ancienne commune)"
- Feuille des avis officiels du canton de Vaud, Alphabet des communes, "Hautemorges"
- Journal de Cossonay, "Le 1er juillet 2021 est née une nouvelle commune : Hautemorges"
- Canton de Vaud, "Bref historique de l'enseignement agricole vaudois 1840-1865" (PDF)
- notreHistoire.ch, "Eglise de Cottens"
- notreHistoire.ch, "Laiterie Cottens VD"
- Gemeinde-commune-comune.ch, fiche "Cottens dans Vaud"
Weitere Dörfer in der Nähe von Cottens
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