Savagnier
Herkunft des Namens Savagnier
Der Ort wird 1143 in der Form « Savaigner » erwähnt. Der Name soll vom lateinischen « silva », Wald, stammen (zu überprüfen). Die Einwohner heissen Sylvagniens.
Gründung von Savagnier
Ein Gründer ist nicht bekannt. Wahrscheinliche Überreste einer römischen Villa sind bekannt, und eine Luftbildprospektion hat zwischen Savagnier und Fontaines die Grundrisse von mindestens fünf Gebäuden und Spuren einzelner Gehöfte aus römischer Zeit erkannt, die noch nicht durch Grabungen bestätigt sind. Das mittelalterliche Dorf entstand am Seyon, unterhalb des Chaumont-Hangs, aus zwei Weilern, Grand-Savagnier und Petit-Savagnier, deren Gemeinschaften ab 1498 vereinigt sind. Das Kloster Fontaine-André und das Chorherrenstift Neuenburg besassen dort ab dem 12. Jahrhundert Güter. Savagnier gehörte zur Herrschaft und später zur Mairie Valangin; im 16. Jahrhundert unterstanden einige Einwohner den Herren von Colombier, wohl durch den Rückkauf der Zehnten bei der Reformation. Kirchlich gehörte das Dorf bis 1876 zur Pfarrei Dombresson.
Geschichte von Savagnier
Römische Zeit. Wahrscheinliche Überreste einer Villa; eine Luftbildprospektion erkennt zwischen Savagnier und Fontaines die Grundrisse von mindestens fünf Gebäuden und Spuren einzelner Gehöfte.
1143. Erste schriftliche Erwähnung in der Form « Savaigner ».
12. Jahrhundert. Das Kloster Fontaine-André und das Chorherrenstift Neuenburg besitzen Güter in Savagnier.
ab 1400. In den Registern erscheinen die Familien Aubert, Coulet, Girard, Matthey und Vuilliomenet (zu überprüfen).
1453. Erwähnung der Kapelle Saint-Nicolas, Filiale der Pfarrei Dombresson.
1498. Die Gemeinschaften von Grand-Savagnier und Petit-Savagnier werden vereinigt.
1518. Die Kapelle Saint-Nicolas wird Taufkirche.
1531. Einführung der Reformation in der Pfarrei Dombresson, zu der Savagnier gehört. Das Dorf zählt damals 28 Feuerstätten.
1547. Konzession für die Nutzung der Wälder.
1592. Die Herrschaft Valangin, zu der Savagnier gehört, wird mit Neuenburg vereinigt (zu überprüfen).
1650-1653. Neubau des Tempels: die Maurer David und Pierre Savoie, die Zimmerleute Joab Matthey und sein Sohn Jonas, dann Abraham Bourquin für Dach, Täfer, Bänke, Emporen und Kanzel. Ein Glasfenster mit dem Wappen des Fürsten Heinrich II. von Orléans-Longueville markiert 1653 den Abschluss.
1689 und 1691. Die Gemeinschaft kauft Güter im Erguel, ausserhalb des Fürstentums.
1696. Ein « Dorfhaus » beherbergt Schule, Metzgerei und Gasthaus.
1699. Durchreise von Marie de Nemours, Landesherrin von Neuenburg (zu überprüfen).
1704. Der Schreiner Jean Juillard baut eine neue Kanzel in den Tempel ein.
1717. Ein Blitz beschädigt den Glockenturm, der repariert und erhöht wird.
1806. Truppen Napoleons I. werden im Dorf einquartiert (zu überprüfen).
1866. Bau des Schulhauses.
1876. Savagnier wird eine eigenständige, von Dombresson getrennte Pfarrei.
1888. Die Gemeinde nimmt ihr Wappen an: in Blau ein goldener Löwe, der einen Schild mit dem historischen Wappen Neuenburgs hält (zu überprüfen).
1896-1899. Drainage der Böden.
1948. Restaurierung des Tempels durch den Architekten François Wavre; fünf Grabplatten der Familie Girard (1670-1718) werden darin neu aufgestellt.
1968. Eröffnung einer Buslinie nach Neuenburg.
1980. Savagnier wird zur Wohnzone.
1. Januar 2013. Savagnier fusioniert mit Boudevilliers, Cernier, Chézard-Saint-Martin, Coffrane, Dombresson, Engollon, Fenin-Vilars-Saules, Fontainemelon, Fontaines, Le Pâquier, Les Geneveys-sur-Coffrane, Les Hauts-Geneveys, Montmollin und Villiers zur Gemeinde Val-de-Ruz.
Bevölkerung von Savagnier
| 1531 | 28 Feuerstätten (Haushalte) |
| 1750 | 435 |
| 1850 | 624 |
| 1900 | 599 |
| 1950 | 517 |
| 2000 | 903 |
| 2012 | 1'219 |
Historische Orte in Savagnier
Der Tempel. Die 1453 erwähnte und 1518 zur Taufkirche gewordene Kapelle Saint-Nicolas wurde 1650-1653 neu gebaut. Der Tempel bewahrt seinen Chor, das Glasfenster von 1653 mit dem Wappen des Fürsten Heinrich II. von Orléans-Longueville und die 1704 von Jean Juillard eingebaute Kanzel. Nach einem Blitzschlag 1717 wurde er 1948 vom Architekten François Wavre restauriert.
Grand-Savagnier und Petit-Savagnier. Das Dorf besteht aus zwei Weilern, die ab 1498 eine Gemeinschaft bilden: Grand-Savagnier auf etwa 770 Metern und das etwas tiefer gelegene Petit-Savagnier auf etwa 737 Metern (zu überprüfen).
Das Gasthaus von Petit-Savagnier. Eine alte Postkarte belegt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Gasthaus in Petit-Savagnier. Bereits ab 1696 beherbergte das « Dorfhaus » ein Gasthaus, zusammen mit Schule und Metzgerei.
Überreste in Savagnier
Spuren römischer Villen. In Savagnier sind wahrscheinliche Überreste einer römischen Villa bekannt. Eine Luftbildprospektion per Luftschiff bei Trockenheit zeigte zwischen Savagnier und Fontaines anhand von Farbe und Höhe der Kulturen die Grundrisse von mindestens fünf Gebäuden und Spuren einzelner Gehöfte aus römischer Zeit; sie wurden noch nicht ausgegraben.
Die Grabplatten der Familie Girard. Der Tempel bewahrt fünf Grabplatten der Familie Girard aus den Jahren 1670 bis 1718, die bei der Restaurierung von 1948 neu aufgestellt wurden.
Das Wappenfenster von 1653. Beim Abschluss des Tempelneubaus eingesetzt, zeigt es das Wappen des Fürsten Heinrich II. von Orléans-Longueville, damals Landesherr von Neuenburg.
Quellen
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Savagnier » (Maurice Evard)
- Dictionnaire historique de la Suisse, « Dombresson » (Maurice Evard)
- État de Neuchâtel, arrêté du 6 février 2013 portant homologation des résultats du recensement cantonal de la population du 31 décembre 2012
- Paroisse réformée évangélique du Val-de-Ruz, « Temple de Savagnier »
- Dendrochronologie.ch, « De Savagnier à Fontaines (NE), à la recherche des traces de villas romaines »
- Commune de Val-de-Ruz, « La commune en bref »
- notreHistoire.ch, carte postale ancienne de l'Auberge du Petit-Savagnier
- George-Auguste Matile, Histoire de la Seigneurie de Valangin jusqu'à sa réunion à la Directe en 1592 (1852)
- Wikipédia (français), « Savagnier »
- Wikipedia (allemand), « Savagnier »
- Wikipedia (anglais), « Savagnier »
- habitants.ch, gentilé des habitants de Savagnier (Sylvagniens, Sylvagniennes)
Weitere Dörfer in der Nähe von Savagnier
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